Fontanafredda

Romantik und Weitsicht an historischer Stätte

Das Weingut Fontanafredda hat sich dank des Unternehmers Oscar Farinetti zu einem Modellbetrieb der italienischen Weinwirtschaft entwickelt.

Es ist kaum möglich, in Kürze darzustellen, was der Weinbetrieb Fontanafredda in der Langhe einmal war und wie er sich im Laufe von rund eineinhalb Jahrhunderten entwickelt hat. Im Jahre 1858 erwarb Vittorio Emanuele II., König von Piemont und Sardinien und ab 1861 erster König Italiens, das Anwesen in Serralunga d’Alba in der Bassa Langa. Er schenkte es seiner zweiten Frau, Rosa Vercellana, „Bela Rusìn“ genannt. Rosa war eine Bauerntochter, die einst Geliebte von Vittoria Emanuele II war. Er heiratete sie nach dem Tod seiner ersten Frau und verlieh ihr den Titel Contessa Rosa di Mirafiore. Damals begann zwar die Geschichte von Fontanafredda, die kommerzielle Tätigkeit setzte allerdings erst 20 Jahre später, im Jahre 1878, dem Todesjahr des Königs, ein.

Ein experimentierfreudiges Team

Dank des großen Engagements und der Weitsicht des Sohnes Emanuele Guerrieri di Mirafiore, einem aristokratischen Unternehmer, hielten fortan sehr moderne Ideen zum Thema Wein Einzug in das prachtvolle Anwesen. Noch heute ist die große Weinfirma mit einer jährlichen Produktion von rund acht Millionen Flaschen im Besitz unversehrter Dokumente ihrer noblen Vergangenheit. Sie legen Zeugnis ab von der Jagdresidenz, den Wohnungen der Mitarbeiter, den imposanten Kellern und natürlich den attraktiven Rebhügeln. Innovative Methoden der Weinbereitung gehören ebenfalls zu jenem Erbe, das Emanuele Guerrieri di Mirafiore den nachfolgenden Generationen zukommen ließ. Daher besitzt man im Gut auch heute noch die Gabe, sich stetig zu erneuern, Experimente zu wagen und all das zu vervollkommnen, was Natur und Geschichte überliefert haben.

In dem in Serralunga d’Alba in der Provinz Cuneo, nordwestlich des Flusses Belbo, gelegenen Weingut werden seit Jahren mit Barolo, Barbaresco und Barbera piemontesische Weine von Weltruhm angebaut. Der traditionsreiche Weinbaubetrieb gehört der Stiftung E. di Mirafiore von Oscar Farinetti, dem Gründer der von Slow Food gesponserten Lebensmittelkette Eataly, und Luca Baffigo Filangieri. Beide hatten Fontanafredda im Jahr 2008 von der Bank Monte die Paschi di Siena erworben. Seit 2010 nennt sich die Gesellschaft Casa E. di Mirafiore Fontanafredda. Geführt wird das Weingut von Giovanni Minetti. Zum weitsichtigen und sehr engagierten Team gehören unter anderen auch Vertriebschef Roberto Bruno, Danilo Drocco als Önologe und der Agronom Alberto Grasso.

Streng definierte breite Produktion

Fontanafredda legt dank des Unternehmers Farinetti als Modellbetrieb der italienischen Weinwirtschaft den Fokus auf natürlichen Weinbau, Biodiversität und Energieeinsparung. Ohne Unkrautvernichter, chemische Düngemitel und ohne eine übermäßige Zugabe von Sulfiten ist das sehr breite Weinsortiment des romantischen und zutiefst inspirierenden Weinguts immer authentisch und hochwertig. Verpönt sind in Fontanafredda im Übrigen auch flüchtige Trends und überflüssige Verpackungen. Zur Bioweinlinie des Guts zählen etwa der Barolo Riserva und der Barolo Lazzarito Vigna La Delizia. „Jede Phase der Produktion, von der Auswahl der Rebsorte bis zur Bebauung des Weinbergs, vom Rebschnitt bis zur Weinlese, von der Gärung bis zum Ausbau, wird hier mit größter Aufmerksamkeit und Sorgfalt durchgeführt“, schreibt das Genuss Magazin.

Die zwischen 200 und 400 Meter hohen Weinberge liegen in den Gemeinden von Serralunga d’Alba, Diano d’Alba, Barolo und Murisengo. Sie sind vorwiegend mit den traditionellen Rebsorten Nebbiolo, Barbera, Dolcetto und Moscato bepflanzt. Zu den Spitzenlagen zählen Vigna La Rosa, Lazzarito und Vigna La Villa. Sehr große Aufmerksamkeit wird in Fontanafredda dem Traubenankauf aus gepachteten Parzellen geschenkt. Stilistisch ist die Produktion streng definiert. Das Terroir und die Eigenarten der Rebsorten werden von den Wein-Experten überzeugend zum Ausdruck gebracht. Die großen Rotweine werden in Eichenfässern und Stahlbehältern noch heute in den aus dem 19. Jahrhundert stammenden Kellern ausgebaut. Sowohl anspruchsvolle Genießer, als auch die breite Masse der Weintrinker werden von der großen Flaschenbatterie des Weinguts jedes Jahr gleichermaßen angesprochen.

Heute ist das alte königliche Weingut nicht nur einer der größten Produzenten von Barolo in der Region Piemont, sondern auch Tagungszentrum, Sitz der Stiftung Casa E. di Mirafiore Fontanafredda und des Sterne-Restaurants Guido. Hier finden auch Buchpräsentationen, Theateraufführungen, Lesungen und Diskussionen statt, die im Livestream auf der Website des Weinbetriebs verfolgt werden können. (mh)

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