E. Pira & Figli

Erstklassiger Fächer an Lagenweinen

Im Weingut E. Pira & Figli hat mit Chiara Boschis eine studierte Ökonomin die Zügel fest in der Hand.

Als im Jahre 1990 Chiara Boschis als sehr junge, charmante und energiegeladene Frau in der Weinfarm die Zügel in die Hand nahm, knüpfte sie rasch an die Leistungen der edlen Weingarde in der Langhe an. Die studierte Ökonomin hat sich zum Ziel gesetzt, Schritt für Schritt zu den traditionellen Vorgehensweisen im uralten Keller zurückkehren. Zunächst war nach dem tragischen Tod von Luigi Pira guter Rat teuer gewesen, weil seine Schwestern den traditionsreichen, mitten in Barolo am Piazza del Peso gelegenen Familienbetrieb nicht weiterführen konnten. Doch nach rund einem Jahr wurde das Weingut dann an Luigis langjährige Freunde, die Familie Boschis, verkauft. Der Vorbesitzer der Azienda Agricola E.Pira & Figli war Traditionalist im besten Sinne gewesen und bereits zu Lebzeiten ein Mythos. Er war auch der letzte Weinmacher in Barolo, der auf mechanische Vorrichtungen verzichtete und seine Trauben noch mit den Füßen maischte.

Die erste „Donna del vino“im Piemont

Chiara Boschis versieht ihre teils sehr schwere Arbeit in der „großen kleinen Farm“ mit großer Leidenschaft und begleitet aufmerksam alle Produktionsphasen zwischen Rebstock und Abfüllanlage. Im Laufe der Zeit hat die erste „Donna del vino“ im Piemont ihren Weinstil veredelt und zu einer ausgewogenen Harmonie entwickelt. Ihre aus Nebbiolo, Barbera und Dolcetto bestehenden Gewächse sind heute geschmeidiger und erreichen etwas früher die Trinkreife. Die Weine sind alterungsfähig und überzeugen im Laufe der Jahre durch eine ungewöhnliche Komplexität und Tiefgründigkeit.

„Der Fächer an verfügbaren Lagenweinen ist erstklassig und reicht vom hochberühmten Cannubi über den interessanten Via Nuova bis hin zum Mosconi, der aus einem bedeutsamen Grundstück in der Gemeinde Monforte d’Alba stammt“, schreibt der Weinführer Gambero Rosso. Die Parzellen Cannubi und Via Nuova wird Chiara auch in Zukunft als Einzellagen abfüllen, obwohl sie inzwischen zu der Überzeugung gelangt ist, dass die Summe mehrerer Parzellen dem Idealbild eines traditionellen Barolo näher kommt als die Kelterung von Einzellagen.

Umstellung auf biodynamische Kultur

In den zum Weingut E. Pira & Figli zählenden prächtigen und rund 300 Meter hohen Weinbergen wird sehr umweltverträglich gearbeitet, chemische Substanzen sind tabu. Chiara Boschis ist auch dabei, die Rebberge vollständig auf biodynamische Kultur umzustellen. Das Traubengut ist immer äußerst hochwertig. Nur die besten Beeren finden den Weg in den Weinkeller.

Die intelligente, fachlich sehr versierte und stets freundliche Gutsbesitzerin hat sich der piemontesischen Gruppe „Langa in“ angeschlossen, die unter anderem durch kürzere Maischegärung und den Einsatz von Barriques den Barolo revolutioniert hat. Wenn Chiara die hauseigenen Etiketten öffentlich vorstellt, wirkt sie auf ihre Gesprächspartner stets sehr distinguiert und wortgewandt. Ihr Augenmerk gilt aber nicht nur den exzellenten Weinen. Die Winzerin erzeugt auch gemeinsam mit einigen anderen Jüngerinnen den bei Gourmets begehrten Castelmagno, die im Piemont bekannteste Käsesorte. Genauso leidenschaftlich wie über ihre Barolo spricht Chiara Boschis auch auch über Kunst und Politik. (mh) 

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