Barbera d’Alba

Barbera d’Alba: Im Alter fast ein Barolo

Gemeinhin gilt der Barbera d’Alba als der beste im Piemont aus dieser Rebsorte gekelterte Wein. Auch im direkten Vergleich mit dem ebenfalls in der Barbera d’Alba DOC angebauten Barolo sind die Vorzüge des prestigeträchtigen Weins deutlich erkennbar. Denn die Preise enden etwa dort, wo die für Barolo anfangen. So mancher Weinfreund wird dann vermutlich doch lieber den besten Barbera als den drittbesten Barolo genießen wollen, zumal der Barbera d’Alba früher seine optimale Trinkreife erreicht und weniger Geduld und Lagerzeit erfordert. Allerdings können die Preise für einen Barbera d’Alba Superiore durchaus auch das Niveau eines guten Barolo erreichen. Da die Winzer der Langhe seit vielen Generationen Weinbauerfahrung mitbringen, steckt in den Gewächsen trotz des ihnen in der Barbera d’Alba DOC zugeschriebenen Zweitwein-Status’ sehr viel önologisches Wissen. Nach einigen qualitativen Schwierigkeiten, deren Höhepunkt der Methanol-Skandal war, sind die Tropfen seit Mitte der 1980er Jahre wieder verlässlich gut.

Der Barbera d’Alba zählt im Piemont zu den Weinen ältesten Ursprungs. Erstmals schriftlich erwähnt wurde er im Jahre 1798, als die Turiner Landwirtschaftsgesellschaft die Rebsortenkunde der auf piemontesischem Gebiet angebauten Rebsorten erstellte. Der intensiv rubinrote Wein ähnelt farblich mitunter der Kleidung der Kardinäle und hat einen weinigen, intensiven Duft. Seine Aromen erinnern an Brombeere, Kirsche, Erdbeere und rote Marmeladenfrüchte. Hinzu können würzige Noten von Zimt, Vanille und grünem Pfeffer kommen. Traditionell handelt es sich beim Barbera d’Alba um einen körper-, alkohol- und säurereichen, äußerst fruchtigen und voluminösen Rotwein. Wenn er jung getrunken wird, ist er von einem gewissen Charme. Der Barbera d’Alba fällt etwas voller, reifer und kräftiger aus als der schlanker wirkende Barbera d’Asti. Der alterungsfähige Wein wirkt außerdem im Mund feingliedriger als der namhafte Konkurrent. Allerdings liegt der Weinstil im Ermessen des Erzeugers.

Wie im Monferrato und in Asti werden auch in der Barbera d’Alba DOC seit mehr als 30 Jahren die Weine aus besonders hochwertigem Traubengut – teilweise aus besonderen Einzellagen, die hier als Bricco bezeichnet werden – in Barriques ausgebaut. Dabei entstehen mitunter äußerst konzentrierte, kraftvolle Weine, die sich noch über Jahre in der Flasche verbessern können. Auch der einfache Barbera d’Alba dankt einige Jahre Lagerung meist mit einem eleganten Veilchenton. Nach dem Kauf kann der Wein mindestens vier bis sechs Jahre gelagert werden. Nach fünf bis sechs Jahren nähert sich der Barbera d’Alba einem guten Barolo an. (mh)

 

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